Licht aus – Bildungsplan an

Am heutigen Aktionstag „Licht aus – Bildungsplan an“ haben sich in Chemnitz 20 Kitas beteiligt. Die Kitas haben – mit Zustimmung der Eltern – zwei Stunden früher geschlossen um die Aufgaben erledigen zu können, die gemacht werden müssen wenn keine Kinder da sind.

Hintergrund ist der im Bundesvergleich nach wie vor sehr schlechte Betreuungsschlüssel an sächsischen Kindergärten. Ebenso werden in Sachsen Vor- und Nachbereitungstätigkeiten nicht voll als pädagogische Arbeit anerkannt. In der Folge müssen die ErzieherInnen diese in ihrer Freizeit erledigen. Beides wurde heute auf einer Veranstaltung in der Kindertagesstätte „Röhrsdorfer Kinderwelt“ in meinem Wahlkreis nochmals deutlich.

Wir wollen im Landtag hier eine Änderung erreichen und die gesetzliche Anerkennung der Vor- und Nachbereitungszeit für alle ErzieherInnen mit zwei Stunden pro Woche umsetzen. Dafür haben wir in unserem Alternativen Haushaltsplan 2017/18 insgesamt 49 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Trotz von uns durchgerechnetem Gegenfinanzierungsvorschlag hat die Koalition aus CDU und SPD das einstimmig abgelehnt. Sie hält lieber an einem Landeserziehungsgeld fest, welches für Eltern einen Anreiz bietet ihre Kinder nicht in eine Kita zu schaffen.

Die CDU-geführten Staatsregierung bleibt sich hier treu: wie schon bei Lehrern und Polizisten gilt auch bei den Kleinsten: Hauptsachen wenig Personal beschäftigen und sparen bis der Kahn komplett auf Grund gelaufen ist. Das geht auf Kosten der Erzieherinnen, wo in fast allen Kitas die überlastungsbedingten Krankmeldungen stetig steigen und es geht auf Kosten der Kinder, denen so eine umfassende pädagogische Betreuung und frühkindliche Bildung erschwert wird. So jedenfalls kann der sächsische Bildungsplan nicht umgesetzt werden.

Oder wie eine Kita-Leiterin sagte: „Es wäre am ehrlichsten, wenn wir den eigentlich gute Plan im Landesjugendamt oder im Ministerium zurückgeben und ihn uns dann wieder abholen, wenn die Bedingungen in Sachsen seine Umsetzung auch zulassen!“