Zukunft von SolarWorld – für Koalition nicht dringlich!

Die Insolvenz von SolarWorld trifft Sachsen besonders. Wir als Linke haben heute im Landtag einen Dringlichkeitsantrag zur Unterstützung vorgelegt. Auch wenn der Sitz des Unternehmens in Bonn ist, so arbeitet rund ein Drittel der im Konzern Beschäftigten in Sachsen. In Freiberg schlägt das technologische Herz des Unternehmens.

Für den Erhalt des Standortes in Freiberg müssen alle Möglichkeiten genutzt werden. Der Landtag hätte heute ein klares Signal setzen können, dass den in Sachsen von der Insolvenz betroffenen 1.200 Beschäftigten eine langfristige Perspektive gegeben wird.

CDU und SPD sahen das anders. Sie haben nicht nur den Antrag abgelehnt, sondern klar erklärt, dass sie die Situation in Freiberg nicht einmal als so dringlich erachten, dass man überhaupt darüber reden müsste.

Dabei handelt sich bei SolarWorld in Freiberg nicht nur um den größten Industriebetrieb des Landkreises Mittelsachsen. Das Unternehmen ist ein überregional bedeutendes Technologie-Zentrum mit Weltniveau. Hier arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand, sind Forschung und Vertrieb an einem Standort gebündelt. Eigentlich eine Erfolgsgeschichte. Aber SolarWorld ist leider auch ein Musterbeispiel eines groß gewordenen früheren mittelständischen Unternehmens und steht leider in einer langen Reihe von innovativen Betrieben in Sachsen, die mangels Rückenwind durch die Landespolitik auf der Strecke bleiben.

Hier rächt sich auch besonders der Umgang der Staatsregierung mit erneuerbaren Energien. Während viel Zeit und Kraft auf ein möglichst langes Festhalten an Kohleabbau und –verstromung verwendet wird, ist die im Freistaat vorhandene Kompetenz im Bereich Solarenergie bei der Staatsregierung immer ein Stiefkind gewesen.

In der jetzigen Situation gilt es zunächst, dass Unternehmen in seiner Substanz zu sichern. Darum ist es auch Begrüßenswert, wenn der Insolvenzverwalter die Produktion derzeit ohne Entlassungen weiter führen lässt. Die Staatsregierung muss im Interesse der Beschäftigten und des Freistaates nun alles in ihrer Macht stehende tun, um die Erarbeitung eines tragfähigen Fortführungskonzeptes zu unterstützen.

Sollte dieser Weg jedoch scheitern, dann ist der Freistaat gefordert auch finanzielle Hilfen an eine Auffang- bzw. Transfergesellschaft zu leisten und zumindest das technologische Kowhow am Standort zu erhalten. Ein letzter Ausweg hierzu könnte letztlich auch die Überführung der Forschungsabteilung von SolarWorld in ein angegliedertes Institut bei der Bergakademie Freiberg sein.