Arbeit – auch für Menschen mit Behinderung

In Deutschland leben 3,3 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter mit Schwerbehinderung (Stand 2013). Die Arbeitslosenquote unter ihnen liegt doppelt so hoch wie der Durchschnitt. Fast die Hälfte arbeitsloser Menschen mit Behinderungen gehört zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen. Aber auch für diejenigen, die Arbeit finden gilt: Sie suchen durchschnittlich fast 100 Tage länger nach einer Beschäftigung. Dabei gilt: Arbeitgeber mit mindestens 20 Mitarbeitern müssen laut gesetzlicher Beschäftigungspflichtquote fünf Prozent ihrer Stellen an Menschen mit Schwerbehinderung vergeben. Andernfalls müssen sie eine sogenannte Ausgleichsabgabe zahlen. Viele Betriebe haben Vorurteile, Menschen mit Behinderung einzustellen, zahlen lieber diese Abgabe. Die Vorurteile sind vielfältig. Sie beginnen mit grundsätzlichem Zweifel, ob die potentiellen Mitarbeiter überhaupt in den Betriebsablauf passen, gehen weiter mit der Unsicherheit über den finanziellen und organisatorischen Aufwand für die Gestaltung des Arbeitsplatzes und hören oftmals mit der Furcht vor krankheitsbedingten Ausfallzeiten, sowie den für Mitarbeiter mit Schwerbehinderung garantierten besonderen Kündigungsschutz noch nicht auf.

Was viele Unternehmen nicht kennen, sind die zahlreichen staatlichen Hilfen zur Eingliederung in das Arbeitsleben. Das ist einer der Punkte wo zum Beispiel die Arbeit des Sozialen Förderwerkes (sfw) ansetzt. Dabei handelt es sich um einen Verein mit Sitz auf dem Chemnitzer Kassberg, der sich seit vielen Jahren für die Integration benachteiligter Menschen; insbesondere jener mit Behinderungen, in den allgemeinen Arbeitsmarkt stark macht. In der parlamentarischen Sommerpause konnte ich mir selbst ein Bild von der Arbeit des Vereins machen, die sich an beide Seiten richtet: Menschen mit Behinderungen und potentielle Arbeitgeber. Für beide werden bedarfsorientierte Angebote zur nachhaltigen Beschäftigungsförderung entwickelt. Das geschieht in enger Kooperation mit regionalen Partnern in Wirtschaft und Verwaltung.

Allzu oft arbeiten Menschen mit Behinderungen bei minimaler Bezahlung in speziellen Werkstätten unter sich. Träger wie das soziale Förderwerk zeigen, dass mit intelligenten Konzepten der Aufklärung und Qualifizierung beider Seiten, die Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen in den ersten Arbeitsmarkt oftmals gelingen kann.

Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwende ich Cookies und Analysetools. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung

Verstanden