Schnelles Internet in Nordsachsen?

Trotz aller vollmundigen Aussagen der Staatsregierung: Breitbandversorgung ist in weiten Teilen des ländlichen Raums in Sachsen Zukunftsmusik. Das wurde auch auf einer aktuellen Veranstaltung deutlich, zu der ich von Michael Friedrich, dem Vorsitzenden der Linken Kreistagsfraktion in Nordsachen als Referent eingeladen war.

Eine flächendeckende Versorgung ist inzwischen Teil der Daseinsvorsorge und gehört zur modernen Infrastruktur. Sie entscheidet, ob Menschen am modernen Leben teilhaben und ob sich Regionen wirtschaftlich entwickeln können.
Der Versand von komplexen Daten wie z.B. von Konstruktionsplänen, das Herunterladen von Filmen, Austausch in den Bereichen Telemedizin und der Industrie 4.0: die Übertragung großer Datenmengen gelingt nicht mit der Leitung über Kupferkabel, sondern nur über Glasfaser. Sie ist die einzige Technologie, die Bandbreiten ohne Verluste im Gigabitbereich bietet, ohne einschränkende Wechselwirkungen mit Elektroinstallationen, wie es beim Vectoring (Nutzung von alten Kupferleitungen) der Fall ist.

Nachteil von Glasfaser ist ein immenser Zeit- und Kostenaufwand bei der Verlegung des Netzes. Das stellt viele Landkreise und ländliche Kommunen vor große Probleme, so dass aus Kostengründen oftmals doch auf vorhandene Kupferleitungen zurück gegriffen werden soll. So wird eine schnelle flächendeckende Breitbandversorgung in Nordsachsen nach derzeitigem Stand mit hoher Wahrscheinlichkeit über Vectoring erfolgen.

Die Ausschreibungsphase des Landkreises zur Errichtung des Netzes ist beendet, das Verfahren läuft. Über 100 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Die Gelder stammen aus Fördermitteln von Bund und Freistaat. Nach den entsprechenden Richtlinien haben die Kommunen noch 10% der benötigten finanziellen Mittel selbst zu tragen. Aber auch dieser Beitrag ist von den Kommunen vor Ort oft nicht zu stemmen.

Im Sachsenplan verkündet die Regierung des Freistaates den Erlass, bzw. die Erstattung des Eigenanteils. Das hieße, dass rund 10 Millionen Euro zurück an die Kommunen fließen. Hier gilt es die Regierung beim Wort zu nehmen und das Versprechen einzufordern.

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