Besuch im Landtag

Heute haben mich am Rande des Plenums wieder einmal interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Chemnitz in Dresden besucht. Nach einem ausgiebigen Imbiss und einer lebhaften Diskussion mit mir und meinem Mitarbeiter konnten Sie den Landtag besichtigen und eine Zeitlang live vor Ort die Landtagsdebatte mitverfolgen. Zunächst nichts Besonderes. Alle Abgeordneten, auch der anderen Parteien, laden regelmäßig interessierte Menschen aus ihrem Wahlkreis zu Gesprächen in den Landtag ein. Und dennoch gab es zu einem Teil der Besuchsgruppe eine Vorgeschichte die es wert ist erzählt zu werden.

Im November letzten Jahres war ich auf Einladung von Gemeindemitgliedern in der St.Pauli-Kreuz-Kirche auf dem Chemnitzer Kaßberg. Sie wollten sich mit einem Landtagsabgeordneten über die sozialen Probleme in Sachsen unterhalten und darüber wohin das Land steuert. Sie wollten nicht mit irgendeinem reden, sondern es sollte unbedingt ein Linker sein, ein Atheist. Denn auch darum ging es: wie halten es die Linken den mit Kirche, wie halten sie es mit dem Glaube. Und ich gebe zu, auch ich war gespannt auf den Abend.

Die Begrüßung war ausgesprochen herzlich. Mich erwartete ein gut gedeckter Tisch und die Aufforderung doch erstmal zuzulangen. Dann kamen wir ins Gespräch. Über Ungerechtigkeiten des Alltags, was Ausgrenzung und soziale Spaltung mit den Menschen macht. Was es bedeutet Verantwortung für Familie und Gemeinschaft zu übernehmen, welche Gefahr für unser Land von den selbsternannten Rettern des Abendlandes vom rechten Rand ausgeht, die doch mit christlicher Nächstenliebe nicht das Geringste zu tun haben. Und wir haben natürlich auch darüber geredet wie es so ist, dass Leben mit oder ohne Glaube. Der Spruch „wir sprachen über Gott und die Welt“ konnte an diesem Abend wörtlich genommen werden.

Es ist naheliegend, dass wir Unterschiede in der Bedeutung eines Gottes für das eigene Leben fanden. Aber daneben entdeckten wir vor allem verbindendes und Gemeinsamkeiten. Aus den ursprünglich geplanten zwei Stunden wurde schließlich eine lange Nacht, an deren Ende nur für mich noch die Beleuchtung im großen Kirchenschiff angemacht wurde und mir die künstlerischen Darstellungen des Gotteshauses erklärt wurden.

Zum Schluss waren wir uns einig, dass dies nicht unsere letzte Zusammenkunft war und ich lud meine Gastgeber ein, mich in Dresden im Landtag zu besuchen.

 

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