1. Mai – Nazifrei!

Der 1. Mai ist traditionell ein Tag, an dem Gewerkschaften und Arbeiter gegen kapitalistische Ausbeutung, für gute Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit auf die Straße gehen. Auch wenn der politische Anspruch bei den meisten Veranstaltungen nach wie vor besteht, vielerorts ist der Kampftag der Arbeiterklasse inzwischen zu einem Tag der Familienfeste geworden.

In Chemnitz war diesmal alles anders. Die Neonazi-Partei „Der Dritte Weg“ hat bundesweit zu einer Demonstration nach Chemnitz aufgerufen. In direkter Anlehnung an den Nationalsozialismus wollen sie Macht demonstrieren und öffentliche Räume einnehmen. Ihre vermeintliche Kapitalismuskritik begründet sich auf einer Sehnsucht nach einer nationalen, reaktionären und patriarchalen Gesellschaft. Das rassistische Gedankengut des Dritten Reiches wird fortgesetzt und die Überlegenheit des Deutschen als Begründung für den Schutz vor kapitalistischer Ausbeutung durch fremde Mächte genutzt. Kritik an Kapitalismus und Ausbeutung wird durch völkische Phrasen und im Kern menschenverachtende Ideologie ersetzt.

Das wurde auch auf Reden der Nazis auf ihrer Kundgebung in Chemnitz deutlich. Uniformiert, mit Flaggen und Trommeln die exakt so aussahen wie jene der Hitlerjugend marschierten rund 650 Anhänger des Dritten Weg durch Chemnitz.

Ihnen gegenüber stand ein breites Bündnis aus Künstlern, Parteien, Gewerkschaften und Vereinen. Gekommen waren mehr als sonst üblich zum 1. Mai. Dazu beigetragen hat sicher auch der Auftritt der Band Kraftklub bei den Veranstaltungen gegen den braunen Spuk. Ebenso die Anwesenheit des sächsischen Ministerpräsidenten und sein Aufruf sich an den Veranstaltungen gegen Rechts zu beteiligen. Das ist besonders darum bemerkenswert, ist doch die CDU sonst in solchen Fällen auffällig zurückhaltend.

Was unterm Strich bleibt, ist dass die Nazis – 650 waren aus ganz Deutschland gekommen –abgeschottet hinter Absperrgittern und geschützt von Polizisten durch verlassene Straßen marschierten. Dort wo sie Menschen trafen, gehörten diese oftmals zu den rund 4.000 Teilnehmern einer der zahlreichen Gegenveranstaltungen, die lautstark klar machten das sie Menschenverachtende Sprüche auch wenn sie sozial getarnt sind ablehnen.

An diesem Tag hatte der Dritte Weg in Chemnitz keinen Erfolg.

 

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