Volksantrag zum längeren gemeinsamen Lernen startet

Heute begann auch in Chemnitz die Unterschriftensammlung zum Volksantrag für ein längeres gemeinsames Lernen. Die Linksfraktion begrüßt und unterstützt die aus der Bevölkerung kommende Initiative hierzu. Entsprechend war ich heute auf dem Chemnitzer Markt mit dabei und haben geholfen Unterschriften zu sammeln.

Als Linke fordern wir in Sachsen seit langem, sich am Vorbild Thüringen zu orientieren. Schulen sollen in Form des sogenannten Optionsmodells künftig selbst darüber entscheiden dürfen, ob sie eine Gemeinschaftsschule gründen. Dazu wird das Einvernehmen mit dem Schulträger (z. B. der Gemeinde) hergestellt. Das Kultusministerium ist an das Votum der Experten vor Ort gebunden.

Angestrebt wird kein Systemsturz – die bisherige Gemeinschaftsschule soll als gleichberechtigte weitere Schulart möglich sein. Die Schülerinnen und Schüler lernen dort auch nach der vierten Klasse gemeinsam, die frühe Trennung entfällt. Das reduziert den Stress für die Eltern und die Belastung der Schülerinnen und Schüler. An die Stelle von Versagensängsten tritt eine langfristig stabile Lernumgebung. Die Gemeinschaftsschule setzt auf kooperative Lernformen statt auf Frontalunterricht, Kinder mit unterschiedlichen Leistungsniveaus lernen miteinander und voneinander und werden individuell gefördert. Am Ende sind alle Abschlüsse möglich.

Laut einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Auftrag unserer Landtagsfraktion befürwortet eine klare Mehrheit der sächsischen Bevölkerung über die Parteigrenzen hinweg das Anliegen des Bündnisses für die Einführung von Gemeinschaftsschulen in Sachsen.

Die Beteiligung an diesem durch ein breites Bündnis getragenen Vorstoß im Rahmen der Volksgesetzgebung stellt ein attraktives bildungspolitisches Vorhaben dar. Damit kann zugleich die seit fast 20 Jahren anhaltende Lethargie in Sachen direkter Demokratie durchbrochen werden. Insofern ist der Volksantrag schon jetzt ein historischer Schritt.

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